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Die Gemeinde Dettingen an der Erms (auch liebevoll 'Kirschengemeinde' genannt) weist mit seiner Lage im Mittleren Ermstal, umgeben vom Steilabfall der Schwäbischen Alb, ideale Voraussetzungen für den Obstbau auf.
Deshalb gehört der Streuobstbau auch zu den prägenden Elementen der Landschaft um die Ermstalgemeinde. Über Jahrhunderte hinweg stellte der Obstbau für die heimische Bevölkerung eine unverzichtbare Einnahmequelle dar.
Das herausragende Produkt innerhalb eines Wirtschaftszweiges war der Kirschenanbau. So stehen innerhalb des Streuobstgürtels der Gemeinde Dettingen an der Erms circa 14.000 - 15.000 ertragsfähige Süßkirschenbäume zur Verfügung. Die Kirschenernte ist in der Regel von Mitte Juni bis Juli. Ein Kirschenverkauf, bei dem der Ertrag der gemeindeeigenen Bäume angeboten wird, findet stets im Juni statt.
Im Laufe der Zeit ist der Streuobst in der Gemeinde Dettingen an der Erms vom wichtigen Erwerbszweig zum landschaftsprägenden Faktor geworden, der heute in aller Regel nur noch im Nebenerwerb betrieben wird. Umso wichtiger ist aber die Erhaltung des Streuobstbaus für die Wahrung der Landschaft.
Auf Dauer gesehen kann ein solch prägendes Element aber nur erhalten und ausgebaut werden, wenn sich die Bevölkerung daraus auch einen materiellen oder ideellen Nutzen versprechen kann.
Gerade unter diesem Gesichtspunkt will die Gemeinde den Kirschenanbau als wichtigstes Obsterzeugnis der Gemeinde präsentieren und seine Vermarktung insgesamt auch fördern

Zu diesem Zweck hat sie im Jahr 2002 zusammen mit der Obstbau-Beratungsstelle beim Landratsamt Reutlingen die Initiative zur Anlegung eines 'Kirschenweges' ergriffen. Diese Einrichtung soll nicht nur als interessantes Element der Naherholung darstellen, sondern auch als wichtige Informationsquelle für den Haupt- und Nebenerwerbs-Obstbauern liefern.
Für die Anlegung dieses Kirschenweges war der Bereich unterhalb des Hausbergs der Gemeinde, dem Calverbühl, geradezu prädestiniert. Dort sind bereits großflächige Obstanlagen der Gemeinde vorhanden, die teils im Rahmen der Aktion 'Rent à tree' verpachtet oder deren Ertrag zur Erntezeit von der Gemeindeverwaltung Dettingen an der Erms öffentlich versteigert wird. An insgesamt 13 Stationen werden dem Besucher alle wichtigen Themen zum Kirschenanbau im Ermstal vermittelt. Es wird sowohl die geschichtliche Entwicklung der Kirsche, von der Wildkirsche bis zur heutigen Hochzüchtung hin vermittelt; ebenso die Gefahren für den Kirschenanbau, ihre Bekämpfung, die Nützlinge und die Schädlinge.
Der Besucher ist eingeladen, sich auf dem circa zwei Kilometer langen Kirschenweg anhand der vorhandenen Pflanzungen und Einrichtungen, insbesondere aber an den Schautafeln vor Ort zu informieren.
Geplant wurde die Anlegung des Kirschenweges vom hiesigen Gartenarchitekten, Diplom-Ingenieur Lengtat. Die Kosten belaufen sich auf circa 5.000 EUR für die Planung und auf circa 27.000 EUR für die Anlegung.
Der Spatenstich für die Anlegung des Kirschenweges ist im März 2003 mit der Anlegung der 'Station 1' unmittelbar an der Markungsgrenze nach Metzingen-Glems hin erfolgt. Dort wurden Wildkirschen gepflanzt, ein Rastplatz mit Feuerstelle lädt zum Verweilen ein.
Die eigentliche Pflanzaktion hat im Frühjahr 2004 stattgefunden. Nachdem vom Gemeindebauhof und von Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins wichtige Vorleistungen getroffen wurden, wurde der gesamte Kirschenweg in einer öffentlichen Pflanzaktion am 20. März 2004 angelegt.
Nunmehr steht der Kirschenweg ab sofort dem Besucher frei zur Besichtigung. Nach dem Motto: 'Probieren und Studieren' hat jeder Gast Gelegenheit, zur Erntezeit auch die Früchte zu kosten. Es wird wohl ein paar Jahre dauern, bis die Pflanzbereiche die notwendigen Erträge liefern, um allen Gästen einen 'Versucher' bieten zu können. Zumindest solange besteht in Dettingen an der Erms genügend Gelegenheit, sich beim Direktvermarkter zu bedienen.
Allen interessierten Besuchern des Kirschenweges wünscht die Gemeindeverwaltung Dettingen an der Erms reichhaltige Informationen und - zumindest nach dem Besuch - ein dauerhaftes Bedürfnis, sich aus dem breiten Angebot der örtlichen Kirschenanbauer und Direktvermarkter zu bedienen.

Der „Dettinger Kirschenweg“:
Probieren und Studieren
Flyerdownload (PDF - 787 KB)
HIER
Die gedruckte Broschüre ist auch im Bürgerbüro der Gemeindeverwaltung Dettingen an der Erms erhältlich.
Die Gemeindeverwaltung Dettingen an der Erms hat im Jahr 2004 mit dem hiesigen Obst- und Gartenbauverein den „Dettinger Kirschenweg“ zum „Probieren und Studieren“ eingerichtet.
Auf einer Länge von 2,3 km erschließt sich der „Dettinger Kirschenweg“ zwischen dem Dettinger Wahrzeichen, dem Calverbühl und der Gemarkungsgrenze Metzingen-Glems.
Von 13 Tafeln erfahren Sie etwa, seit wann es im Ermstal Obstbau gibt, wie Bäume veredelt werden, welche Nützlinge es gibt, aber auch welche Schädlinge den Ertrag schmälern, wie Kirschenbäume gepflegt werden und vieles mehr.
Der „Dettinger Kirschenweg“ ist ein Teil des Ermstalradweges und führt direkt nach Metzingen-Glems mit seinem Obstbaumuseum.
Hier können Sie sich den Lageplan des „Dettinger Kirschenwegs“ downloaden.
Schnell orientiert mit dem Dettinger Ortsplan.