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Gemeindenachricht

Dettinger Schützen im Wetterglück


Wie schon vor 13 Jahren war die Breitachklamm bei Tiefenbach das Ziel. Damals allerdings hatte das „Jahrhunderthochwasser“ am 22./23.08.2005 Wege und Brücken zerstört und der Besuch der Klamm musste kurzfristig abgesagt werden. Diesmal dagegen stand einem Besuch nichts entgegen. Nach einer langen Schönwetterperiode war der Wetterbericht für den Ausflugstag leider wenig verheißungsvoll und statt bei strahlendem Sonnenschein starteten die Schützen ihre Fahrt bei strömendem Regen. Doch in Oberstdorf angekommen, hörte der Regen wider Erwarten auf und es herrschte den ganzen Tag über bestes Wanderwetter. Während der größte Teil der Gruppe die Rundwanderung durch die tiefste Felsenschlucht Europas in Angriff nahm, wanderte ein Teil nach der Klamm noch weiter ins Große Walsertal hinein, zur Müllers Alpe, beziehungsweise zur Walserschanze. Beeindruckt von der wilden Schlucht und der Kraft des Wassers, waren alle wieder rechtzeitig am Busparkplatz von wo aus zur Heini-Klopfer-Schanze im Stillachtal gestartet wurde. Ein örtlicher Führer erzählte den Schützen Zahlen, Daten und Fakten zur Geschichte der Flugschanze, die zu den vier größten der Welt zählt. Schon während des Krieges in Russland hatte Heini Klopfer die Idee, in seinem Heimatort eine große Schanze zu bauen. Nach einem Ingenieursstudium realisierte er seinen Traum im Jahr 1950 mit einer Holzkonstruktion und weihte sie selbst mit einem Sprung auf 90 m ein. Zahlreiche Weltrekorde wurden zwischenzeitlich auf der immer wieder verbesserten und erweiterten Schanze erzielt, wobei der letzte Umbau aus dem Jahr 2017 stammt. Nach diesem informativen und interessanten Vortrag ging es für die meisten mit  dem Schrägaufzug ganz nach oben auf den „schiefen Turm von Oberstdorf“, von wo aus man die Weitsicht über das Tal und den Freibergsee genießen konnte. Beim Blick hinunter, über den Schanzentisch in die 200 m tiefer  liegenden Auslaufzone dagegen verspürte mancher ein Kribbeln im Bauch und bewunderte den Mut der Skiflieger. Am späten Nachmittag schließlich wurde die Rückfahrt angetreten und schon bald goss es auf der Autobahn wieder in Strömen. Kurz vor Memmingen bog der Bus von der Autobahn ab und steuerte das schwäbische Bauernhofmuseum Illerbeuren an. Im dortigen Museumsgasthaus Gromer war ein Nebenraum für das Abendessen reserviert worden und so waren die Schützen beim obligatorischen Abschluss des Tages unter sich. Ob nun müde vom Wanderern oder satt vom reichhaltigen schwäbischen Abendessen, jedenfalls fielen so manchem auf den letzten Kilometern bis Dettingen die Augen zu. Dort, so erfuhr man dann, hatte es den ganzen Tag über geregnet.
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Redakteur / Urheber
Anton Jäger

  • 18.10.2019
  • 13:17 Uhr